Helmut Sinn und Heuer – eine besondere Verbindung

Dass Helmut Sinn den Heuer Bundeswehr-Chronographen vermarktete, ist unter Kennern bekannt. Weniger bekannt ist jedoch, dass sein geschäftliches Verhältnis zu Heuer weit darüber hinausging. Neben verschiedenen Heuer-Chronographen gehörten zeitweise auch Heuer Rallye Timer zu seinem Angebot.

Die Verbindung zwischen Helmut Sinn und Heuer hatte dabei einen besonderen Ursprung. Bereits in den 1960er-Jahrenwar Helmut Sinn als Zeitnehmer bei Grand-Prix-Rennen der Formel 1 tätig. An den Rennstrecken nahm er für Heuer die Zeiten der Fahrer, darunter auch die des legendären Juan Manuel Fangio, und war damit unmittelbar in die Welt des professionellen Motorsports eingebunden.

Im Rahmen dieser Zusammenarbeit erhielt Helmut Sinn von Jack Heuer nach eigener Überlieferung eine besondere Genehmigung, Heuer Rallye Timer mit seinem eigenen Sinn-Logo zu versehen und selbst zu vermarkten. Die Instrumente wurden unter anderem direkt an Rennstrecken sowie über Sinns Geschäft im Rödelheimer Parkweg 6angeboten und waren offenbar vor allem für ausgewählte Kunden bestimmt.

Die enge Geschäftsbeziehung zwischen Helmut Sinn und Jack Heuer blieb jedoch nicht ohne Spannungen. Die zunehmende Ähnlichkeit einiger von Sinn vermarkteter Chronographen mit bestehenden Heuer-Modellen führte im Laufe der Zusammenarbeit zu Differenzen. In den 1970er-Jahren endete schließlich die geschäftliche Verbindung zwischen beiden Unternehmen.

Die Geschichte hinterließ dennoch ihre Spuren. Einige Modelle wurden weiterhin unter dem Namen Sinn vermarktet. Ein besonders interessantes Beispiel ist die Sinn 128, die auf dem charakteristischen Gehäuse der Heuer Carrera 2447basiert.

Damit erzählt die Sinn 128 nicht nur die Geschichte eines außergewöhnlichen Chronographen, sondern auch ein bemerkenswertes Kapitel der frühen Unternehmensgeschichte von Sinn – geprägt von Motorsport, persönlichen Kontakten und der engen Verbindung zwischen Helmut Sinn und Jack Heuer.

Helmut Sinn und seine Kooperation mit Heuer

SINN 128

Das Edelstahlgehäuse basiert auf dem Gehäuse der Heuer Carrera 2447 und ist mit einem verschraubten Gehäuseboden ausgestattet. Das schwarze Zifferblatt verfügt über drei große weiße Hilfszifferblätter.

Der Chronograph besitzt einen 30-Minuten-Zähler bei 3 Uhr sowie einen 12-Stunden-Zähler bei 6 Uhr. Die permanente Sekunde befindet sich bei 9 Uhr.

Im Inneren arbeitet das Handaufzugskaliber Valjoux 726, dessen Werksignatur sich unterhalb der Unruh befindet.

Das Gehäuse trägt die Referenz 2447.

Die sechsstellige Seriennummer beginnt mit „104 XXX“.

GEHÄUSEBODEN

UHRWERK

Im Inneren arbeitet das Handaufzugskaliber Valjoux 726, ein klassisches Schaltrad-Chronographenwerk mit 60-Sekunden-, 30-Minuten- und 12-Stunden-Zähler. Die permanente Sekunde ergänzt die Chronographenanzeigen.

Das Werk verfügt über 17 Juwelen und arbeitet mit einer Frequenz von 21.600 A/h.

RALLYE TIMER

SUPER AUTAVIA

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